Mein ganz persönliches (Vor-)weihnachtsgeschenk

Ich hatte euch ja in meiner Bierographie erzählt, dass mir unter anderem durch diverse Bier-Adventkalender in den letzten Jahren das Thema Craftbier näher gebracht wurde. Wo sonst findest du 24 verschiedene, handverlesene Craftbiere auf engstem Raum, noch dazu mit der unterschwelligen “Verpflichtung”, sie täglich zu verkosten?

Meine Vorfreude auf Weihnachten, insbesondere die Adventszeit, wurde durch die Markteinführung dieser Kalender außerordentlich befeuert.

Heuer sollte es aber anders sein: Mein Keller steht voller Gerstensaft, meine Abstellkammer gleicht eher einem Bierdepot und – ich muss zu meiner Schande eingestehen – ich hab vor kurzem auch in unserem Schuhkasten ein Sechsertragerl gefunden, weil an meinen anderen Lagerstätten einfach kein Platz mehr war. So habe ich nun beschlossen, dass ich heuer mal aus dem alljährlichen Weihnachtskonsumwahnsinn auszusteigen und mir keinen Bieradventkalender kaufen werde (weil ich ja eh genug Vorräte daheim habe, um gleich mehrmals hintereinander Advent zu haben).

Ich stell mir einfach meinen eigenen, ganz persönlichen Bier-Adventkalender zusammen und such mir dazu die Gustostückerl aus meinem Bierdepot heraus, die ich dann in der Vorweihnachtszeit verkosten und täglich für euch hier posten und kommentieren werde.

Ich habe mich bemüht, eine Reise durch alle Stile zu gestalten, natürlich mit dem Hauptaugenmerk auf winterlich-weihnachtliche Biere. Solltet ihr das eine oder andere selbst schon mal verkostet haben, dann freue ich mich drüber, wenn ihr eure eigene Erinnerung an die Verkostung des Getränks hier in die Kommentare schreibt.

Eine schöne (Vor-)weihnachtszeit und Prost!

  1. Name: Imperial Stout
    Brauerei: Samuel Smith (England)
    Bierstil: Imperial Stout
    7% vol.
    https://www.samuelsmithsbrewery.co.uk/
    Cremiger, sehr stabiler cappuccinofarbiger Schaum, der lange am Glas anhaftet. Süß-röstaromatischer Duft nach Vanille, Mandeln und Kakao.
    Beim ersten Schluck ein angenehmes Mundgefühl mit Kakao-, Schokolade- und Vanillearomen. Im Abgang Röst- und Espressonoten. Eine Idee von Brombeere.
    Es bleibt ein prickelnd-sanft-bitterer Nachhall am Gaumen mit Zimt-, Nelken- und Muskatnuancen.


  2. Name: Gustl
    Brauerei: Private Alpenbrauerei Bürgerbräu Bad Reichenhall (Deutschland)
    Bierstil: Helles/Lager
    4,9% vol.
    http://www.buergerbraeu.com/
    Passend zum Bratwürstelsonntag war heute der “Gustl”, ein helles Lager vom Bürgerbräu Bad Reichenhall in meinem Kalender.
    Das Bier ist strohgelb und glanzfein mit leichter Kohlensäure, der Schaum weiß, feinporig und stabil. Der Duft ist sortentypisch malzig mit Karamellnoten, Anklängen von Bisquit und Weißbrot.
    Im Antrunk überwiegen die Malznoten mit ihrer Süße, der Hopfen ist gut eingebunden. Die Kohlensäure verbreitet zurückhaltende Frische. Die Malzaromatik gibt ein angenehm vollmundiges Gefühl. Im Abgang bleiben die Malzsüße und ein Potpourrie an Brot- und Getreidearomen.


  3. Name: Klüvers Rotbier
    Brauerei: Klüvers Brauhaus (Deutschland)
    Bierstil: Rotbier
    4,7% vol.
    https://kluevers.com/
    Helles Orangerot im Glas, der Schaum großporig und stabil, lebhafte Perlage.
    Der Duft ist malzaromatisch mit leichten Nussnoten, süß, aber auch ein wenig fruchtig (Dörrfrüchte, rote Beeren).
    Der Antrunk prickelnd-spritzig. Sofort fühlt man sich an Nüsse, Mandeln, Maroni und Dörrobst erinnert. Es sind auch grasige Noten und und grüne Nüsse erkennbar. Der Hopfen ist angenehm eingebunden, gibt dem Bier aber einen eigenen fruchtigen Charakter. Kurz im Abgang mit ausgewogenem malzigen Nachhall.


  4. Name: Honey Dew
    Brauerei: Fullers (England)
    Bierstil: Golden Ale
    5,0 % vol.
    https://www.fullers.co.uk/
    Helles Goldgelb leicht getrübt im Glas mit einer dezenten Kohlensäure. Der Schaum ist feinporig, kompakt und langlebig.
    In der Nase nehme ich sehr deutlich Honignoten und die damit verbundene Süße, leichte Röstaromen und eine klare Malznote wahr.
    Beim Antrunk ist das Honey Dew sehr spritzig mit einer gut eingebundenen Bittere. Es sind hier auch wieder Honig und florale Noten, schlanke Malzanklänge, Haselnüsse, aber auch Melonen erkennbar.


  5. Name: Cerveza de Navidad
    Brauerei: Sol de Copan (Honduras)
    Bierstil: Strong Ale
    8,0% vol.
    Maronifarben im Glas mit kompaktem cremebeigen großporigem Schaum.
    Der Duft ist süß-fruchtig mit Aromen von Marzipan und Karamell. Ich kann auch Honignoten, Kirschen, Dörrzwetschke, Johannisbeeren und weiße Schokolade erkennen. Ein wahres Aromenfeuerwerk.
    Der Antrunk überrascht mit seiner Spritzigkeit und vermeintlichen Säure, bedingt durch die belgischer Art, nach der dieses Bier gebraut wurde. Später entfaltet das Bier einerseits nussige Aromen nach Mandeln, Haselnüssen und Maroni. Die Süße mit einem Nachhall von Fruchtnoten – hier vor allem der Geschmack von Dörrobst und dunklen Beeren – bleibt bestehen, die Rezenz ist sehr präsent und Hopfen ist kaum wahrnehmbar.


  6.  Name: Kaltenecker Brokat Dark Lager 13°
    Brauerei: Pivovar Kaltenecker (Slowakei)
    Bierstil: Dunkel
    5,5% vol.
    https://kaltenecker.sk/
    Wunderbare strahlend dunkel-rotbraune Färbung, fast schwarz. Der Schaum cremefarben, feinproig, stabil und lange am Glas anhaftend. Ein röstaromatischer Duft von dunkler Schokolade, leichten Kaffeeanklängen und Haselnüssen strömt einem entgegen.
    Im Antrunk ein wohlig-cremiges Mundgefühl mit einer intensiven Bitterschokoladenote. Leichte Rezenz am Gaumen mit Nuancen von Walnüssen, Mandeln, Holz und vor allem Haselnüssen.
    Im Nachtrunk bleibt Nougat, Haselnuss und eine angenehme Röstbittere.


  7. Name: Club Bier 03 Bock stark
    Brauerei: Liechtensteiner Brauhaus (Liechtenstein)
    Bierstil: Heller Bock
    6,8% vol.
    http://brauhaus.li/
    Leuchtend honiggelbe Farbe, naturtrüb mit feinporigem Schaum, der lang anhält und am Glas anhaftet. Feine lebhafte Kohlensäure. Der Duft ist wohlig süß-malzig mit Karamellnoten und Anklängen von Dörrobst und Honig. Leichte Röstaromen kommen durch.
    Der Antrunk süß und angenehm zurückhaltend in der Rezenz. Es sind Marzipan-, Honig- und Haselnussnoten erkennbar mit Nuancen von Maroni, Walnuss und Flieder. Die Malzaromen sind deutlich mit ihren Anklängen an Bisquit, Toast und frisches Weißbrot schmeckbar.
    Der Nachtrunk ist malzaromatisch und relativ kurz. Alles in allem ein sehr runder, wohliger Bock.


  8. Name: Stone Xocoveza
    Brauerei: Stone Brewing Company (USA)
    Bierstil: Mocha Stout
    8,1% vol.
    https://www.stonebrewing.com/
    Die Farbe ein dichtes Schwarz, das keinerlei Licht durchlässt. Cremebeige feiner Schaum, der lange anhält.
    In der Nase entfaltet sich ein wahres Potpourrie an winterlichen Düften: Von Zimt über Kaffee, bis zu dunkler Schokolade und auch Haselnüssen und schwarzem Tee lässt sich alles erkennen. Der Antrunk hält, was der Duft schon verspricht: Ein dichter Mix an Winteraromen entfaltet sich im Mund. Es sind Noten von Lebkuchen, Kakao, Vanille und Marzipan und den verschiedensten Nüssen (Hasel-, Wal-, Muskatnuss), die die Geschmacksknospen herausfordern. Man erkennt auch pfeffrige Noten, Koriander, Zimt und Nelken, eine intensive aber reizvolle Bittere der Röstmalze und eine robuste Hopfenbittere, imposant gepaart mit der Restsüße, die das Bier wegen seines Alkoholgehalts und der Malzkomplexität besitzt.
    Lang bleiben die Aromen zurück und machen definitv Lust auf einen zweiten Schluck. Für mich eines der beeindruckendsten Biere, die ich kenne.


  9. Name: Rest in Peace
    Brauerei: Crew Republic (Deutschland)
    Bierstil: Barley Wine
    10,1% vol.
    https://www.crewrepublic.de/
    Kastanienbraun mit leuchtenden Rottönen, fast ungetrübt, der Schaum ist cremebeige, grobporig und voluminös. Er haftet lange am Glas an.
    In der Nase finden sich intensive Wein-, Malz-, Dörrobst und Nussaromen, gepaart mit dezenten Anklängen von Mandeln, winterlichen Gewürzen, Brombeeren und Kakao.
    Antrunk: Vollmundig-komplexe Aromen mit einer intensiven Süße, der aber auch die markante Hopfenbittere Paroli bietet. Das Mundgefühl ist ölig-dicht mit angenehm leichter Perlage. Die Aromenvielfalt ist vielschichtig und komplex: Ich erkenne neben den oben beschriebenen Duftnoten auch noch Rosinen, Dörrzwetschken, Haselnüsse, Karamell und Bisquit, angenehme Röstnoten und harzig-holzige Töne. Im Nachhall befinden sich noch dezente Kaffeenoten.
    Der Abgang ist, je nach Trinktemperatur lang bis sehr lang anhaltend.


  10. Name: Kürbiskern Bier
    Brauerei: Brauerei Ried (Österreich)
    Bierstil: Kreativbier
    5,2% vol.
    http://www.rieder-bier.at/
    Honigfarben mit einer leichten Trübung, die Farbe erinnert an das Fruchtfleisch von Muskatkürbissen. Weißer feinporiger, stabiler Schaum. Das Bier duftet erdig-malzig, es ist ein Hauch von Nüssen und Zimt erkennbar. Im Antrunk sind Maroni- und Nussnoten erkennbar, das Bier ist malzig-vollmundig mit leichter Bisquitsüße. Der Hopfen bleibt dezent im Hintergrund. Es erinnert mit seinen kräftigen Aromen eindeutig an Herbstfrüchte, wie Kürbisse, Nüsse, Mandeln, Maroni, aber auch ein wenig an Birnen und Quitten.
    Wenn das Ziel war, den Herbst in einem Bier einzufangen, dann ist das auf jeden Fall gelungen.


  11. Name: Brooklyn Lager
    Brauerei: Brooklyn Brewery (USA)
    Bierstil: Helles/Lager
    5,2% vol.
    https://brooklynbrewery.com/
    Im Glas: kräftg-warm honigfarben mit stabilem Schaum.
    Der Duft ist malzig-süß, leicht nach Akazienblüten duftend, ich kann aber auch eine zarte Fruchtnote erkennen. Im Antrunk finde ich Aromen von Mandeln, Honig, Bisquit (hier auch leichte Röstnoten) und Muskat.
    Angenehm prickelnde Rezenz im Abgang und ein sanfter Nachhall mit leichtem Blütenaroma bleibt.


  12. Name: Stern Hagel
    Brauerei: Giesinger Bräu (Deutschland)
    Bierstil: Barley Wine
    8,5% vol.
    http://www.giesinger-braeu.de/
    Leuchtendes Kuperrot mit feinem, langlebigem Schaum und leichter Naturtrübung. Es duftet nach Karamell, Vanille und Marzipan. Es finden sich auch eine ganze Reihe fruchtiger und blumiger Aromen.
    Im Antrunk holt mich ein Blumenbouquet aus Rosen und Flieder ab, ergänzt von Vanillearomen, Marzipan, sehr viel Marzipan, karamelligen Malznoten, aber auch exotischen Früchten wie Mandarinen und Melone. Die Rezenz ist zurückhaltend-dezent. Das Bier beeindruckt durch seine Vollmundigkeit und seine Aromenvielfalt.


  13. Name: Louis Barre Imperial
    Brauerei: Barre Privatbrauerei (Deutschland)
    Bierstil: Helles/Lager
    5,4% vol.
    https://barre.de/
    Geoldgelb mit leichter Trübung im Glas, der Schaum stabil, dicht-feinporig und langlebig. In der Nase malzige Bisquitnoten, eine leichte Süße und dezenter Hopfen.
    Der Antrunk: Grasig-würzig mit einer leichten Butternote. Die Malzaromen kommen hier nur wenig zur Geltung, der Hopfen dominiert mit seinen blumig-fruchtigen Noten. Es erinnert ein wenig an eine frisch geschnittene Blumenwiese. Eine mäßige Rezenz und ein kurzer Nachhall lassen leider wenig übrig.


  14. Name: Weana Bazi
    Brauerei: Woif Biersieder (Österreich)
    Bierstil: Wiener Lager
    5,0% vol.
    https://www.woif.at/
    Im Glas ein sattes Goldgelb, leichter Trübung und mit grobporigem Schaum – weing beständig.
    Der Duft ist malzig-süß mit leichten Fruchtnoten (Marille, Melone, Apfel). Im Antrunk ist die Malzaromatik mit einer vollen Süße im Vordergrund. Es sind leichte Fruchtnoten von Melone, Birne und Marille erkennbar aber auch Karamell- und Brotaromen. Leicht wahrnehmbar ist auch eine leichte Marzipannote.
    Das Mundgefühl ist von einer prickelnden Rezenz mit kurzem Nachtrunk begleitet.


  15. Name: Erl hell
    Brauerei: Erl-Bräu (Deutschland)
    Bierstil: Helles/Lager
    5,0% vol.
    https://www.erl-braeu.de/
    Glanzfeines Hellgelb im Glas mit feinproig-kurzlebeigem Schaum. Der Duft ist malzig mit angenehmen Bisquitnoten.
    Im Antrunk malzig-süß mit angenehmer Perlage. Schlanker Körper mit geringem Volumen. Es sind grasige Aromen erkennbar, der Malzkörper steht aber mit seinen Brot- und Biquitaromen im Vordergrund. Sehr kurzer Nachtrunk.


  16. Name: Werk Nr 4 dunkler Honigbock
    Brauerei: Bierschmiede (Österreich)
    Bierstil: Dunkler Bock
    7,0% vol.
    https://www.bierschmiede.at/
    Im Glas ein Spiel aus Rot- und Brauntönen, hält man das Glas ins Gegenlicht strahlen einem leuchtende Rubinrottöne entgegen. Der Schaum ist cremefarben, feinporig, kompakt, lange am Glas anhaftend.
    Im Duft finden sich deutliche Haselnuss-, Honig- und Maroninoten, die Röstaromen der Dunkel- und Karamellmalze sind schön erkennbar.
    Im Antrunk sind deutliche Haselnussnoten spürbar mit Anklängen von dunkler Schokolade, Maroni und Kaffee. Die komplexen Malzaromen, gepaart mit dezenten Noten von Honigsüße und Marzipan führen zum vollmundigen Geschmackserlebnis und dem prägnanten Abgang.


  17. Name: Krieken Porter
    Brauerei: Brouwerij Strubbe (Belgien)
    Bierstil: Fruchtbier
    6,5% vol.
    http://www.brouwerij-strubbe.be/
    Hier kommt mit Sicherheit eines der exotischsten Biere meines heurigen Adventkalenders: Fast überschäumend mit feinporig-cremefarbenem Schaum, der extrem lange hält kommt das Bier beim Einschenken ins Glas. Die Farbe ist rötlich-schwarz – ähnlich einer dunklen Kastanienschale – und leicht durchscheinend.
    In der Nase sind intensive Fruchtaromen nach Kirschen, Birnen und grünen Äpfeln aber auch süße Marzipan- und Sherrynoten erkennbar.
    Der Antrunk ist wuchtig und süß und hat große geschmackliche Ähnlichkeit mit einem Sherry. Mit einem Aromenspektrum von Kirsch über Marzipan, Schokolade und Karamell zurück zu Fruchnoten wie Birne, Pfirsich und Apfel. Aber auch Haselnussnoten sind erkennbar. Der Nachtrank ist kurz, begleitet von einem Hauch von Bitternoten, die aber klar von den Früchten überlagert werden.
    Von klassischen Bieraromen ist hier nur sehr wenig erkennbar. Es sind viel mehr Ähnlichkeiten mit den belgischen Kriek- und Lambicbieren oder auch mit Sherry da und nur ganz leichte Anleihen durch die Röstmalz-Bittere an ein Porter erkennbar.


  18. Name: Irish Pale Ale
    Brauerei: Carlow O´Hara (Irland)
    Bierstil: Irish Ale
    5,2% vol.
    http://www.carlowbrewing.com/
    Im Glas ein sattes Goldgelb mit leichter Trübung. Der Schaum ist feinporig, dicht und haftet fest am Glas an. Lebhafte Kohlensäure verspricht ein spritziges Bier. Dies wird noch verstärkt durch den Duft: eine tropisch-fruchtige Hopfennote springt einem förmlich in die Nase. Es sind auch floral-grasige Nuancen erkennbar.
    Der Antrunk bestätigt meine olfaktorische Wahrnehmung, wenn auch nicht so intensiv wie erwartet: Leichte Zitrusnoten – hier vor allem Zitrone und Grapefruit, Mango, ein Hauch Ananas und Maracuja, aber auch harzige Noten sind zu schmecken. Die Rezenz ist in der Tat lebhaft und somit eine belebende Frische gegeben. Im Nachtrunk bleibt ein schönes Hopfenaroma zurück und macht Lust auf den nächsten Schluck. Der Abgang dieses Pale Ales ist überaus trocken.


  19. Name: Uttendorf Weißbier hell
    Brauerei: Brauerei Uttendorf (Österreich)
    Bierstil: Helles Hefeweizen
    5,0% vol.
    http://www.uttendorf-bier.com/
    Strohgelb im Glas mit feinporig-dichtem Schaum. Lebhaft perlend und schon optisch sehr ansprechend.
    Der Duft ist von Banane dominiert, man erkennt aber auch leichte Malz-, Röst- und Karamellaromen.
    Antrunk: Prickelnd-rezent mit intensiver Perlage im Mund, belebend-spritzig. Die Geschmackspalette reicht von Banane über leichte Malz- und Röstnoten bis zu leichten Rauch-, Bisquit- und Brotaromen. Hopfen spielt sortentypisch eine untergeordnete Rolle und trägt zur Aromenkomplexität wenig bei.
    Der Abgang ist kurz und trocken und es sind noch leichte Gras- und Röstnoten wahrnehmbar.
    Ein solides Weißbier, wie es sein soll, ohne Ecken und Kanten.


  20. Name: Klabauter
    Brauerei: Alefried Brauerei (Österreich)
    Bierstil: India Pale Ale
    7,2% vol.
    https://www.alefried.com/
    Die Farbe ist Kupferbraun mit einer starken Trübung und cremefarben-feinporigem, stabilem Schaum. Fein perlende Kohlensäure steigt auf.
    In der Nase erkenne ich neben den malzigen Bisquitnoten auch zarte fruchtig-florale Hopfenaromen. Es sind Akazienblüten und Karamell aber auch Zitrus- und Tropenfrüchte wahrnehmbar. Ich glaube auch leichten Marillen- und auch Haselnussduft zu erkennen.
    Im Antrunk bestätigt sich mein Geruchseindruck: Zitrone, Grapefruit, Marille, Passionsfrucht, ein wenig Ananas vermischen sich mit moosig-grasigen und leicht harzigen Noten. Im Abgang trocken und es bleibt eine leichte Malzsüße, es dominiert jedoch klar der Hopfen, der lange anhält.


  21. Name: Delirium Tremens
    Brauerei: Brouwerij Huyghe (Belgien)
    Bierstil: Strong Ale
    8,5% vol.
    https://www.delirium.be/
    Goldgelb mit dichtem lang anhaltendem Schaum. Feine lebhafte Kohlensäure. Der Duft ist stark fruchtig-alkoholisch mit einer leicht süß-röstigen Malznote.
    Im Antrunk dominieren die Kohlensäure – ein Charaktermerkmal von vielen belgischen Starkbieren – und eine alkoholische Süße. Dem halten markante Hopfennoten stramm entgegen, vielleicht ein Grund, warum das Bier einen sehr schlanken Eindruck bei mir hervorruft. Es lassen sich Trockenfrucht- und Marzipanaromen erkennen, die aber von der alkoholischen Note leider sehr schnell wieder in den Hintergrund gedrängt werden. Im Abgang ist das Bier überraschend trocken.


  22. Name: Stay Puft
    Brauerei: Tiny Rebel Brewing (England)
    Bierstil: Porter
    5,2% vol.
    https://www.tinyrebel.co.uk/
    Ein satt-schweres Schwarz mit Nuancen von braunrot, bedeckt von einer cappuccinofarbigen Schaumkrone.
    Der Duft steigt mir schon beim Einschenken in die Nase: Intensiv-süße Vanille gepaart mit Röstmalznoten und Haselnuss laden zum ersten Schluck ein.
    Es erwartet mich ein komplexes Spiel von süßen Aromen. Es sind die Marshmallows mit ihrem typischen Karamellaroma, nach wie vor Vanille, Kakao und intensive Nougatnoten schmeckbar, immer begleitet von einer angenehmen Röstmalzbittere. Das Porter verbreitet seine wohligen Winteraromen im gesamten Mundraum und es bleibt ein lang anhaltender angenehm süßer Nachhall.


  23. Name: Old Foghorn
    Brauerei: Anchor Brewing (USA)
    Bierstil: Barley Wine
    9,4% vol.
    https://www.anchorbrewing.com/
    Die Farbe ein leuchtendes Kastanienbraun mit cremiger beiger Schaumkrone – lang anhaltend und stabil.
    In der Nase eine stattliche Süße mit Haselnüssen, Marzipan, Dörrfrüchten, leicht alkoholischen Noten.
    Der Antrunk ist wuchtig mit zurückhaltender Perlage und cremiger Textur. Die Aromen reichen von Nougat, Schokolade, Marzipan, Karamell und Rum bis hin zu Dörrzwetschken, Röst- und Bisquitnoten und harzigen Nuancen. Leichte Anklänge an Zimt und Sternanis sind erkennbar. Die Süße ist präsent, aber nicht dominant. Ebenso verhält es sich mit dem Alkohol. Im Abgang erkenne ich leicht erdige Waldnoten und – sehr (positiv) überraschend – ein Hauch von frischen Waldpilzen.
    Das “Old Foghorn” hat einen lang anhaltenden, wärmenden Nachtrunk. Genau das Richtige für kalte Winterabende am Kaminfeuer.


  24. Name: Festbock Barrique
    Brauerei: Mohren Bräu (Österreich)
    Bierstil: Heller Bock, holzfassgereift
    10,0% vol.
    https://www.mohrenbrauerei.at/

    Wunderbar leuchtendes Kupferorange. Lockerer schneeweißer Schaum, der lange am Glas anhaftet. Kaum erkennbare Perlage.
    Der Duft ist sehr fruchtig, nach Mandarinen und Orangen und auch Weintrauben und Sherry.
    Im Antrunk wuchtige Sherrynoten mit kräftiger karamelliger Restsüße, angenehm zart moussierend. Im ersten Moment habe ich Erinnerungen an einen kräftigen Rot- oder Eiswein mit starken Aromen von Dörrobst und Zitrusfrüchten. Die Süße ist präsent, wird aber von den dezenten Bitternoten im Zaum gehalten. Es ist auch eine nicht zu geringe Säure vorhanden, die den Toffeenoten entgegenhält. Der Alkohol ist trotz der 10% sehr dezent im Hintergrund. Die Geschmackspalette reicht von den oben erwähnten Zitrusnoten (Mandarine), über exotische Früchte (Lychee) und rote Beeren (Cassis) bis hin zu Dörrobst (Zwetschke, Marille) und angenehm-dezenten Holznoten. Der Nachtrunk ist lang anhaltend, Säure und Süße hallen lange nach.
    Dieser Festbock macht seinem Namen alle Ehre und ist genau das Richtige zum Ausklang des Weihnachtsabends.

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