Den Herbst im Glas: Red Ale

Herbstzeit ists, die Blätter fallen, draußen wird es nasskalt und windig. Dies ist auch die Saison, in der wieder mehr Zeit in der warmen Stube verbracht wird. Im Ofen schmoren deftige Gerichte, die leichte Küche hat nicht mehr Saison. So verhält es sich bei mir auch mit den Bieren: Wenn die Tage kürzer und kälter werden, steigt auch meine Lust auf vollmundigere, malzige – ich möchte schon fast sagen wärmende – Biere.

Für mich äußerst passend für den Herbst ist ein Red Ale: Die Farbe fängt den Herbst im Glas ein – Rot- , Braun- und Orangetöne, meist mit cremefarbenem Schaum. In der Aromatik malzig-volmundig mit ein bisschen höherem Alkoholgehalt tatsächlich auch wärmend, angenehm moussierend im Abgang.

Also auch Zeit, mal ein paar Red Ales für euch zu probieren und euch vielleicht auch gleich die eine oder andere Foodpairing-Idee mit zu präsentieren.

Braukatz, Red Ale

Alkohol: 5,4 % vol.
Stammwürze: 13° Plato
Bittereinheiten: 30 IBU

http://www.brau-manufactur-allgaeu.de/

Farbe ist orange-honigfarben mit leichten Brauntönen. Feinporiger weißer Schaum, wenig stabil.
In der Nase eine wohlig rund-süße Malznote mit Nuancen von Karamell. Hopfen ist kaum erkennbar.
Beim Antrunk: Vielschichtige Malzaromen, dezente Kohlensäure, vollmundig, leichte Restsüße; Anklänge von Maroni, Karamellnoten, leichte Haselnussaromen, im Abgang wenig Bittere und ein bisschen Säure, angenehm moussierend.

Hierzu passt ein zartes Wildgericht mit einem leichten Jus und grünem Gemüse. Meine Empfehlung: Rehmedaillons mit Kroketten und Kohlsprossen.
Vegetarisch: Ein herbstlicher Flammkuchen mit Lauch, Paradeisern, Paprika und Schafkäse.

Amacord, Volpina

Alkohol: 6,5 % vol.
Stammwürze: 15° Plato
Bittereinheiten: 27 IBU

http://www.birraamarcord.it/en/beers/classic/la_volpina.html

Farbe: kräftiges Rotbraun, leichte Trübung. Feinporiger, stabiler Schaum, cremefarben.
Malzaromatischer Duft mit leicht karamelligen Haselnussnoten.
Im Antrunk kräftig süß-malzig mit Brotaromen, äußerst vollmundig, sanfte Kohlensäure, mit grasigen Noten im Abgang. Angenehmer Anklang an Haselnuss, beinahe schon Nougatnoten, geschmackliche Anspielungen an die herbstliche Erntevielfalt (Nüsse, Maroni, Kürbis), leichte Zimtaromen erkennbar, kaum Hopfennoten.

Durch seine kräftigen Aromen empfehle ich zu diesem Bier auch eher kräftige Speisen, wie zum Beispiel Eintöpfe oder Gulasch.
Ein Hirschgulasch mit Spätzle oder ein vegetarischer Kürbiseintopf (vielleicht auch eine Kürbiscremesuppe) sind hier ideale Begleiter. Durchaus passend ist aber auch eine Apfeltarte.

Gusswerk, Red (bio)

4,7 % vol. Alc,
11,7° Stammwürze
Bittereinheiten: 25 IBU

www.brauhaus-gusswerk.at/

Leuchtend helles Orange mit leichter Trübung. Der feinporige Schaum ist cremefarben, kurz beständig aber am Glas lange anhaftend. Dezente Kohlensäure.
In der Nase Aromen von Brot, Dörrobst, Haselnüssen, Karamell und ein bisschen nach Maroni. Im Antrunk vollmundige Brotaromen, eine starke Malznote, hauchzarte Fruchtaromen und eine zurückhaltende Hopfennote. Leichte Haselnuss-, Frucht- und Maroninoten im Abgang mit ausgewogenen Bitternoten. Angenehm prickelnde Rezenz.

Dieses Bier kommt dem irischen Red Ale am nächsten und verlangt nach deftigen Kohlgerichten, wie dem Irish Stew. Es passt ebenfalls zur klassisch-steirischen Brettljause mit Käferbohnensalat und Topfenaufstrichen.
Als vegetarisches Gericht würde ich Kohlrouladen mit einer Grünkern-Wurzelgemüse-Füllung zu diesem Bier probieren.

Giesinger, Red Ale

Alkohol: 5,2 % vol.
Stammwürze: 13° Plato
Bittereinheiten: keine Angabe

http://www.giesinger-braeu.de/

 

Eine leuchtend rotbraune Farbe, Anklänge von Orange. Der Schaum ist feinporig, cremebeige und stabil.
In der Nase leichte Malznoten, aber wesentlich präsenter sind fruchtige Tropenfrucht- und Marillenaromen, Anklänge von roten Früchten (Erdbeere, Kirsche).
Antrunk: Intensiv aromatisch nach Pfirsich, Ananas, Quitte, Erdbeere und Passionsfrucht. Relativ schlanker Körper, Malz ist erkennbar aber nicht übermäßig präsent, Anklänge von Haselnuss. Leichte Restsüße im Abgang. Angenehme Hopfen-Fruchtaromen bleiben lange bestehen.

Ein äußerst exotisch-aromatisches Bier, das einen exotischen Gegenpart verlangt: Ich würde dieses Bier zu Pilzgerichten trinken. Es passt aber auch gut zu Geflügel, hier besonders zu Deftigerem (Ente, Gans, eventuell Truthahn).
Also warum nicht, einfach mal zum Martinigansl mit Rotkraut und Maroni-Brezenknödel probieren? Auch passend: Entenbrust mit Polentataler und Kürbisgemüse. Vegetarische Empfehlung: Gebackene Pilze (vorzugsweise Parasol) mit Sauce Tartare und Kartofferl.

Mich würde auch interessieren, welche eure liebsten Red Ales und dazu passende Herbstgerichte sind. Postet sie in den Kommentaren, ich bin schon gespannt.

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