Eine runde Sache: Bier & Knödel

Mitte September besuchte ich das 6. Knödelfestival in der Brauerei Schloss Eggenberg in Vorchdorf/Oberösterreich.

Das Motto des Tages hieß für mich “Schlange stehen”, weil so viele Menschen diesen sonnig-strahlenden Tag bei Knödel und Bier ebenso wie ich genießen wollten. Trotzdem bewältigten die Wirte und die Eggenberger Bierzapfer*innen den Ansturm souverän und ich konnte einige der kugeligen Gaumenfreuden zusammen mit den hervorragenden Eggenberger Bieren verkosten. Zwanzig verschiedene Knödelvariationen – von würzig-salzig bis süß, von herzhaft-deftig bis verspielt-flaumig von regionalen Wirten und Bäuerinnen gedreht – und die Eggenberger Biere “Bio natrutrüb” (Zwickel), “Hopfenkönig” (Pils) und “Wildschütz” (Amber Lager) standen zur Auswahl. Außerdem konnten die für die Brauerei berühmten Starkbierspezialitäten – der Urbock und die Samichlaus-Biere – verkostet werden. Eine Führung durch die Brauerei mit der Besichtigung des Samichlaus-Kellers rundete meinen Besuch ab.

Nun brachte mich dieser eindrucksvoll Tag in Vorchdorf auf die Idee, einige Empfehlungen zur Kombination dieser beiden Spezialitäten nieder zu schreiben, um euch vielleicht auch ein paar Anregungen für eine kulinarische Reise durchs Bier- und Knödelreich zu geben:

Zum Einstieg versucht mal eine Kaspressknödelsuppe mit einem Dunklen oder einem Schwarzbier kombiniert, denn diese Biersorten harmonieren ideal mit dem Käse. Der kräftige Käse der Knödel verlangt einen kräftig-bierigen Gegenpart und da ist ein Dunkles auf jeden Fall passend.
Suppe und Bier, geht das? Na sicher, einfach mal ausprobieren und es wird euch schmecken.

Eine deftige Kombination, klassisch nach Wiener Art: Semmelknödel mit Gulaschsafterl (vielleicht sogar ein Fiakergulasch) und dazu ein malziges Wiener Lager.
Das Wiener Lager ist vollmundiger und hat komplexere Malzaraomen wie ein klassisches Lager und passt daher gut zum deftigen Gulasch. Wenns passt, kann man auch den Gulaschsaft mit einem Bier zubereiten (nicht nur als Durstlöscher für den Koch oder die Köchin, sondern auch wirklich zum Ablöschen).

Brezenknödel mit Weißwurst schreien natürlich förmlich nach einem Hellen oder einem Weißbier. Ich würde mich aber hierbei für ein Weißbier entscheiden, weil die Säure und Spritzigkeit des Weißbieres einen soliden Gegenpol zu den milden Weißwürsten und dem süßen Senf bildet (wenn sie traditionell genossen werden). Bei scharfem Senf würd ich persönlich tatsächlich eher zu einem Hellen greifen.

Die leichte vegetarische Variante: Tomaten-Mozzarellaknödel geben mit einem schlanken Pils eine gute Figur ab. Das Pils spielt mit der leichten Knödelvariation, da es nicht zu stark in den Vordergrund tritt. Ich würde hier definitiv ein Pils mit erfrischenden zitrusbetonten Hopfensorten auswählen, weil diese Geschmacksnuancen eine hervorragende Ergänzung zu Tomaten und mediterranen Kräutern wie Thymian und Basilikum sein können.

Ein weiterer Klassiker: Haschee-, Grammel-, oder Speckknödel nach Innviertler Art (vielleicht sogar überbacken) mit einem schönen naturtrübem Zwickel. Diese Knödelvariante, vielleicht auch mit Sauerkraut genossen, ist deftig-kräftig und ähnlich verhält es sich mit dem Zwickelbier mit seinen Inhaltsstoffen und seinem ausgewogenen Hopfen-Malz-Aroma.

Topfenknöderl schmecken hervorragend zu einem Kriek. Die Knödel – leicht und luftig – mit angerösteten Semmelbröseln und Staubzucker werden vom süß-spritzigen Kriek umspielt und dieser bietet mit seinen Fruchtaromen und der Säure ein attraktives Aromenspiel mit der Süße der Knödel.

Germknödel, ganz klassisch mit geschmolzener Butter und mit Mohn-Zucker bestreut, ist in Kombination mit einem Eisbock ein Gedicht. Die Wuchtigkeit eines Germknödels verlangt nach einem ähnlich kräftigen Getränk und dabei bietet sich ein kräftig-voluminöser Eisbock an, der mit seinen Dörrobstaromen den Mohn-Zucker ergänzt. Erinnungen an kalte Winterabende bei warmem Kaminfeuer werden wach.

Ich hoffe, ich konnte euch ein paar Anregungen für eure zukünftigen Knödel-Bier-Pairings geben, bin aber selbst schon sehr neugierig, welche Empfehlungen ihr für mich in den Kommentaren hinterlasst.

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