Ein Tag im bierigen München

am

Die Ausgangslage war folgende: Im August ergab sich die Möglichkeit, einen Tag in München zu verbringen …

München, eine der heimlichen Bierhauptstädte. Ein Spagat zwischen Reinheitsgebot und kreativer Braukultur. Hofbräuhaus und Wiesen versus Munich Brew Mafia und Craftbeerfest. Masskrug gegen Verkostungsglas.

Mein Vorhaben war, an diesem Tag in München möglichst viel Bieriges zu erleben. Aber es stellte sich bald heraus, dass ich mich in einem ähnlichen Dilemma befand, wie ein Kind, dass ins Spielwarenparadies gesteckt wird und man ihm sage: “Du darfst aber nur eines aussuchen!” …

Das geht einfach nicht! Darum war meine Hauptprämisse in der Planungsphase meines Trips, ein vielfältiges Programm in München zu erleben, von allem etwas, aber nicht zu viel, es sollte ja auch Zeit zum Genießen sein. Trotzdem wollte ich nicht unbedingt klassischen Sehenswürdigkeiten der bayrischen Braukultur sehen, sondern mich auch abseits der biertouristischen Pfade bewegen.
Daher stellte sich mir die Frage, was bietet München neben den weltberühmten Biersehenswürdigkeiten noch alles, was mich anspricht:

Craftbiergeschäfte gibt es in München ein paar, mich interessierten vor allem mal das Biervana, die Bierothek und die Getränke Oase, die alle drei ein schönes Potpourri an regionalen (Craft-)Bieren im Sortiment führen.
Ein Biergarten durfte auch nicht fehlen und da ich mit Bier und Markt auch in Linz gute Erinnerungen hatte, nahm ich mir vor den Biergarten am Viktualienmarkt zu besuchen. Dieser wechselte bei seinem Bierangebot die sechs großen Münchner Brauereien ab, somit wollte ich mich überraschen lassen, von welcher Brauerei wohl bei meinem Besuch das Fass gerade “ozapft is”.
Da wäre es dann auch ganz nett, zu Mittag in und oder um den Markt etwas Zünftiges, zum Bier passend, zu essen.
Interessant wäre wohl auch die Bierbeschau mit den Biertouren durch München gewesen, aber da war mir schon klar, dass dafür ein Tag nicht ausreichen würde.
Natürlich wollte ich mir in München auch das Tap-House mal ansehen, von dem ich schon einiges gehört hatte. Wie sich aber bei meiner Internet-Vorbereitung herausstellte, sollte dieses Lokal genau in dieser Woche des Jahres Betriebsurlaub angesagt haben. Es sei ihnen vergönnt und es würde sicher nicht mein letzter Münchenbesuch werden.
Mein Bruder – ein alter München-Kenner – empfahl mir dann noch neben dem Augustiner- das Giesinger-Bräu.

So gings dann auch Mitte August – an einem der heißesten Tage des Jahres – nach München.
Nach der Ankunft im Zentrum steuerten wir gleich mal den Viktualienmarkt an. Erster positiver Eindruck: “Der Pschorr” an der Prälat-Zistl-Straße mit schönem schattigen Gastgarten – sehr einladend. Am Markt selbst wollte ich den Biergarten am Viktualienmarkt besuchen, zentral gelegen, direkt am Maibaum. Der Biergarten war mir aber zu überlaufen und wirkte nicht so einladend auf mich, daher suchten wir uns in einer der Seitengassen ein ruhigeres Platzerl für das erste Bier. Die Wahl fiel auf den Augustiner Marktwirt, der auch einen Biergarten gehabt hätte, was wir erst beim Gehen feststellten, aber der Platz an der ruhigen und engen Heiliggeiststraße war mit einem kühlen Augustiner hell eine hervorragende Wahl. Hier gibts auch die Weißwurstjause bis 16.00, dies kam uns sehr entgegen, da wir durch die etwas längere Anreise erst um 12.00 in München aufschlugen und daher weißwursttechnisch durch die Finger geschaut hätten.

Nach diesem ersten Bier folgte ein Zwischenstopp auf eine Halbe Hacker Pschorr, wegen des Vergleichs wäre es gewesen. Auch wieder absolut süffig und viel zu schnell leer. Und schön langsam begann ich die Münchner zu verstehen, die ihr Bier lieber in größeren Gebinden zu trinken pflegen.

Am Nachmittag wollte ich einen der Münchner Craftbier-Läden besuchen um mir ein paar regionale Brauspezialitäten mitzunehmen. Schließlich wollte ich den Ausflug ja auch noch entsprechend nachbereiten. Die Getränke-Oase sollte es werden, sie war für mich gut erreichbar gelegen und hätte Biere von Frau Gruber, Hopfmeister und dem Eiswerk im Sortiment, von denen ich mir ein paar im Vorfeld ausgesucht hatte. Doch leider … standen wir bei der Getränkeoase vor verschlossenen Türen – Betriebsurlaub. Andere Shops lagen zu weit entfernt und somit entschieden wir uns, den Tag im Giesinger-Bräustüberl ausklingen zu lassen. Dies lag schließlich auf dem Weg zurück zu unserem Auto. Das Stüberl war nur mäßig besucht, logisch bei diesem heißen Wetter am Nachmittag, aber für den Abend schon gut reserviert. Die Stehausschank hatte noch nicht offen (dort gibts neben den Giesinger Bieren eine ganze Reihe von Craftbieren befreundeter Brauereien). Der Rampenverkauf war auch geöffnet.
Also hieß es: Rein ins (bierige) Vergnügen! Im Stüberl bestellten wir erst mal eine Bierprobe aus den offenen Bieren (Helles, Pils, bayrisch Märzen, Weizen, Dunkel)… Jedes für sich ein feines Trinkvergnügen, manche davon eine geschmackliche Mischung aus Tradition und Moderne. Mein persönliches Highlight der Giesinger Bierproben war das Dunkle, wegen seiner kräftigen Röstaromen (auch schon in der Nase) und des runden Malzaromas. Das wahre Highlight dieser Brauerei sollte aber noch kommen: Als Abschlussgetränk bestellte ich mir noch eines der Giesinger Craftbiere: Das Red Ale, gebraut mit den Hopfensorten Monroe und Vic Secret, strahlt in kräftigem Orange-Rot, gekrönt von leuchtend weißem, feinporigen Schaum. In der Nase hat es ein wunderbar verlockendes Aroma nach tropischen Früchten (Maracuja, Litschi) und der erste Schluck wird diesem Duft in jeder Hinsicht gerecht: exotisch-fruchtig durch den Hopfen, aber auch mit wohlig-runden Malzaromen. Der Nachtrunk bleibt lang anhaltend fruchtig und lcokt zum nächsten Schluck. Ein wahrlich gelungenes Bier, dass es sich in aller Ruhe zu genießen lohnt.


Natürlich kam ich nach dem Genuss dieses Bieres nicht umhin, mir bei Ralph, dem Meister des Rampenverkaufs, ein kleines Giesinger-Sortiment zusammenzustellen, damit ich mir zu Hause auch noch ein paar dieser Biere (allen voran das Red Ale) einschenken konnte.

Pfiat di Minga, bis zum nächsten Mal!

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