Mein Sommerbier 2018

Der nächste Sommer kommt bestimmt (auch wenn es derzeit noch gar nicht danach aussieht). Zeit, sich Gedanken über mein Sommerbier 2018 zu machen.

Was macht ein richtiges Sommerbier aus?

  1. Erfrischend soll es sein.
    Auf keinen, aber auch gar keinen Fall kommt mir ein Radler ins Glas.
    Es gibt etliche Möglichkeiten, ein Bier erfrischend zu gestalten: durch zitronige Hopfensorten, durch die Zuagabe von Früchten und Kräutern, durch einen schlanken Malzkörper, oder durch mehr Spritzigkeit der Kohlensäure. Dazu braucht es in keinem Fall Limonade, die den Geschmack des Bieres durch Zucker und künstliche Aromen niederwalzt.
  2. Leicht soll es sein.
    Wir alle kennen das: Der Genuss von zu starken Bieren im Sommer kann ganz schnell dazu führen, dass das Bier „einfährt“, also einem ziemlich schnell zu Kopf steigt. Ich finde ohnehin (und ich glaube mit dieser Meinung steh ich nicht ganz alleine da), dass malzige, starke (und auch dunkle) Biere besser in die kalten Jahreszeiten passen und leichte, spritzige, helle Biere im Sommer ein besserer Durstlöscher sind. Ein Paradoxon stellen da Weißbiere dar, die sehr gerne auf hiesigen Schihütten genossen werden. Aber vielleicht widme ich diesem Thema ein anderes mal intensiver.
  3. Spritzig soll es sein.
    Welche Biere gelten als spritzig?
    In diesem Fall spielen Kohlensäure, der Körper und die Fruchtnoten eine große Rolle.
    Von einem Sommerbier wünsche ich mir prickelnde Kohlensäure, einen schlanken Körper und zitrusartige Noten. Natürlich assoziiert jeder mit Sommer andere Fruchtaromen: Manche denken bei „Sommer“ an Melonen, andere wiederum an Bananen. Ich bin mehr der „saure“ Typ, also kommen mir sofort Zitronen, Limetten, Grapefruit oder Orangen in den Sinn. Durchaus passend finde ich auch exotische Fruchtaromen wie Maracuja, Mango oder Ananas.
  4. Und auch die Farbe soll stimmen.
    Gibt es etwas Schöneres bei einem Bier, wenn die kräftigen Sonnenstrahlen des Sommers ein leuchtendes Goldgelb im Glas voll zur Geltung bringen? Dieses Leuchten regt meine Vorfreude auf dieses Bier nur noch mehr an. Die perfekte Farbe in diesem Fall ist für mich ein leuchtend klares Stroh- bis Goldgelb.

… und was ist nun mein Sommerbier 2018?

Nun wurde ich vor einiger Zeit fündig: In der Box „Österreichs Siegerbiere“ (zur EM 2016) der Culturbrauer stieß ich schon vor fast zwei jahren auf das Trumer Hopfenspiel. Dieses leichte Session Pils (2,9% vol und 7,4 ° Stammwürze) wird seit 2014 von der Trumer Privatbrauerei gebraut und heimste seither schon mehrere Preise ein. Braumeister Felix Bussler verwendet für das Aroma dieses spritzigen kaltgehopften Pils die Hopfensorten Triskel und Cascade.

Für euch habe ich dieses Bier heute noch mal verkostet:
Im Glas leuchtet es mit einem zarten Hellgelb und leichter Trübung (die wahrscheinlich auf die Rückstände der Kalthopfung zurückzuführen ist). Der Schaum ist stabil, langanhaltend und feinporig. In der Nase habe ich Zitrusaromen und den Duft von (Sommer-)Blumen mit einer leichten Kräuternote. Beim Antrunk prickelt das Bier erfrischend. Ein spritzig, leichtes Mundgefühl mit Kräuter- und exotischen Fruchtnoten (Zitrus, Litschi, Maracuja) macht sich breit. Es sind nur wenige Malznoten wahrnehmbar – wie es bei einem Pils an und für sich auch sein soll. Es hat, aufgrund seines geringen Alkohol- und Stammwürzegehalts einen relativ kurzen Nachhall (trotzdem bleibt viel mehr „gute Erinnerung“ am Gaumen, als bei den meisten Leichtbieren). Ein einziges klitzekleines Manko möchte ich auch noch erwähnen: Das Bier wird in einer grünen Flasche verkauft, dies passt zwar optisch besser zu einem Pils mit seinen hopfig-grasigen Aromen (bei Trumer sicher auch Teil des Gesamtkonzepts). Aber grünes Glas ist leider durchlässiger für Licht  und daher schlechter für das Bier (Braunglas ist da wesentlich dichter, optimal wären sogar Dosen). Aber dieses Bier ist ohnehin viel zu gut, um es lange aufzuheben und daher bleibt dem Licht gar nicht genug Zeit, sich negativ auf das Hopfenspiel auszuwirken.


In jedem Fall ist es ein äußerst spritzig-erfrischendes Bier, von dem auch ohne schlechtes Gewissen ein zweites (oder drittes) getrunken werden kann. Die Farbe, der Duft und vor allem der Geschmack bringen den Sommer ins Bierglas und das ist das, was ich mir von einem echten Sommerbier auch erwarte.

Ich bin gespannt auf eure Rückmeldungen, wie euch mein Sommerbier 2018 schmeckt.

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