Biere, gebraut mit himmlischem Beistand

Ein Besuch der einzigartigen Trappistenbrauerei am Ufer der Donau in Oberösterreich

Im Rahmen des Innviertler Biermärz nahm ich am 10.3. an einer Führung in der Brauerei des Trappistenklosters Engelszell in Oberösterreich teil.

Schön gelegen, direkt an der Donau, einige Kilometer von der Schlögener Schlinge entfernt, liegt das Kloster mit seiner Rokoko-Kirche, in dem neben dem Bier auch hervorragender Käse und Liköre hergestellt werden. Das Stift ist das einzige Trappistenkloster Österreichs – mittlerweile auch das einzige im deutschsprachigen Raum, und wurde im Jahr 1293 gegründet. Es hat eine äußerst wechselvolle Geschichte hinter sich.

Trappistenbier wird entweder unter Aufsicht von Mönchen oder von diesen selbst gebraut. Vom Erlös des Bieres muss der Großteil sozialen Zwecken gewidmet werden.

Die Brauerei des Klosters Engelszell ist in einem kleinen Nebengebäude untergebracht und hatte im letzten Jahr einen Ausstoß von 110.000 Litern Bier. Verwendet werden Malze aus Grieskirchen und Bamberg (für die dunklen Biere) und ausschließlich Hopfen aus dem Mühlviertel. Das regionale Quellwasser eignet sich exzellent zum Brauen. Momentan braut Peter Krammer von der Brauerei Hofstetten das Engelszeller Trappistenbier.

Schild Engelszell
Brauereischild in Engelszell

2012 mit der Eröffnung der kleinen feinen Brauerei entschieden sich die Mönche für drei, recht traditionell eingebraute, obergärige Biere:
Zu je einem Drittel sind das Nivard, ein süffiges helles Belgisch Blonde mit einem Alkoholgehalt von 5,5%. In der Nase leichte Wiesen- und Kräuteraromen. Spritzig klar am Gaumen, der perfekte Begleiter zu sommerlichen Gerichten, aber auch zu traditionell- deftigen Speisen.

Benno, in einem satten Rotbraun, mit cremig-feinporigem Schaum und einem leichten Bisquitton in der Nase, mit einem Alkoholgehalt von 6,9%. Die Besonderheit: Benno wird, genau so wie sein stärkerer Bruder Gregorius mit dem ebenfalls im Kloster produzierten Honig hergestellt.

Der dritte im Bunde – ich hab es schon vorweggenommen – ist Gregorius, der in einem erdigen dunkelbraun daherkommt. Der Schaum ist cremig-feinporig und die schwer-öligen Schlieren am Glas lassen den Alkoholgehalt schon erahnen. In der Nase klare Röstaromen, Honig und Holznoten, ist dieses Bier mit seinen 10,5% ein Genussgetränk zu Süßspeisen und, wer hätte das gedacht, zum klostereigenen Trappisten-Bergkäse, der mit Gregorius hervorragend harmoniert. Bemerkenswert an Gregorius (neben der Verwendung des Klosterhonigs): Zur Nachgärung wird eine Rotweinhefe mit entsprechend hoher Alkoholtoleranz verwendet.

In jedem Fall lohnt sich ein Besuch der Brauerei und vor allem eine Verkostung der klostereigenen Spezialitäten. Ich habe ja die Vermutung, dass die drei Käsesorten perfekt mit den drei Bieren korrespondieren …
Probiert es einfach mal aus und teilt mir eure Lieblingskombination hier mit!

Homepage des Trappistenkloster Engelszell

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